Der Coburger Mohr
Das Coburger Stadtwappen zeigt den Kopf eines „Mohren“, in Coburg gibt es eine Mohrenstraße und eine Morizkirche. Dabei geht es offenbar immer um dieselbe Person, einen gewissen Mauritius. Der lebte im 3. Jh. und wird seit dem 4. Jh. als Heiliger verehrt. Die Morizkirche bezieht sich auf selbigen nachweislich seit dem 14.Jh. Als Stadtsymbol taucht der „Mohrenkopf“ neben dem „Meißner Löwen“ erstmals 1354 auf Coburger Pfennigen auf. Die Mohrenstraße gibt es seit 1860, den kurzen Mohrenweg seit 1911.

Über Hautfarbe und Gesichtszüge des Menschen Mauritius ist nichts bekannt. Er stammte wohl aus dem nördlichen Afrika, war also Maure. Aus Maure wurde „Mohr“, später wurden alle Afrikaner zu „Mohren“ und schließlich wurde auch der Heilige Mauritius zum „Mohren“, dargestellt mit den bekannten Klischees.

Wieviele dunkelhäutige Menschen sich durch diese klischeehafte Darstellung verletzt fühlen, ist nicht bekannt. Aber die Diskussion ist ja wohl angestoßen, nicht nur in Coburg. Könnte man die vielen in der Stadt verteilten Darstellungen nicht vorurteilsfrei als Mauritius oder Moriz betrachten und die Mohrenstraße Morizstraße nennen? Vielleicht könnte man dann auf diese überflüssige Diskussion verzichten und sich echten Problemen widmen.

Und sich erfreuen an der Vielfalt der Darstellungsmöglichkeiten...